Schwächliche Männchen haben die größten Erfolgschancen
Nicht immer siegt der Stärkere: Weibliche Kakerlaken bevorzugen bei der Partnerwahl Schwächlinge. Das hat Allen Moore von der Universität Manchester zusammen mit Kollegen bei der in Tansania heimischen Kakerlakenart “Nauphoeta cinerea” beobachtet. Die Forscher berichten über ihren Fund im britischen Magazin ” Proceedings of the Royal Society“.
Auf diese Weise entgehen die Kakerlakenweibchen den Verletzungen, die eine Paarung mit einem Brutalo mit sich bringen kann. Mit dem Schwächling ihrer Träume produzieren sie zwar weniger männlichen Nachwuchs, aber das nehmen sie gerne in Kauf, vermuten die Forscher. Außerdem haben die Söhne der nächsten Generation weniger Konkurrenz und damit bessere Karten, eine Partnerin zu gewinnen.
Männliche Kakerlaken produzieren einen Duftstoff, der die Artgenossen wissen lässt, wie stark sie sind. Mit Hilfe dieser Duftsignale entscheiden sich die Weibchen für die Männchen am untersten Ende der Hackordnung. Die Kakerlakendame bekommt aber nicht immer den Bräutigam ihrer Wahl. Die starken Männchen versuchen jedoch auf ihre Art, den Weibchen einen Strich durch die Rechnung zu machen: Sie schikanieren die Unterlegenen derart, das so mancher Schwächling überhaupt keine Duftstoffe mehr freisetzt, erklärt Moore. So bleibt dem Weibchen das eine oder andere Mal der Schwächling der Träume verborgen.
Cornelia Pfaff





