Die Weibchen des aasfressenden Dornspeckkäfers tun sich erst dann an einem Kadaver gütlich, wenn sich dort bereits Männchen befinden. Das berichten Biologen um Christian von Hoermann von der Universität Ulm, Arbeitsgruppe Chemische Ökologie. Die Forscher hatten männliche und weibliche Käfer an die Gabelung eines Luftschachts gesetzt und sie von links und rechts verschiedenen Gerüchen ausgesetzt. Die Männchen reagierten stark auf den Stoff Benzylbutyrat, der im späten Verwesungsstadium entsteht. Die Weibchen wurden dagegen nur angelockt, wenn sie auch Pheromone von Männchen zu riechen bekamen. Das hat nach Ansicht der Wissenschaftler für sie drei Vorteile: Sie finden einen Sexualpartner, einen Platz zur Eiablage und Nahrung. Was wie eine unspektakuläre Studie wirkt, hat für Gerichtsmediziner große Bedeutung. Denn sie können bei einem Leichnam aus der Art und dem Zeitpunkt des Insektenbefalls sowie der Eiablage der verschiedenen Tiere bestimmen, wann der Tod eintrat.





