Viele Kinder mit ausgeprägten Leseschwierigkeiten machen in den ersten Schuljahren noch völlig normale Lernfortschritte. Die Schüler bekommen erst Probleme, wenn die Lesetexte in der vierten oder fünften Klasse anspruchsvoller werden. Da sich die Kinder bis dahin normal entwickeln, bemerken viele Lehrer deren Probleme erst spät oder gar nicht. Das berichten amerikanische Psychologen im Journal of Educational Psychology.
Etwa ein Drittel der betroffenen Kinder bekommen ähnliche Schwierigkeiten wie Legastheniker, schreiben Hollis Scarborough von den Haskins Laboratorien in New Haven und Kollegen. Diese Schüler haben ein normales Sprachverständnis, können jedoch geschriebene Wörter nur schwer entziffern. Ein weiteres Drittel kann gut Lesen, versteht das Gelesene aber nicht. Jedes dritte Kind mit spät auftauchenden Leseproblemen lässt sich hingegen keiner dieser Gruppen zuordnen und hat beides: Schwierigkeiten beim Entziffern von Text und Verständnisschwierigkeiten. Diese Gruppe hat zudem auch häufig Probleme in anderen Fächern, etwa Mathematik.
Lehrer sollten die betroffenen Schüler nicht nur rechtzeitig erkennen, sondern auch zwischen den drei Gruppen unterscheiden, fordern die Psychologen. Schließlich bräuchten Kinder mit Legasthenie ähnlichen Problemen eine andere Förderung als Schüler mit Verständnisschwierigkeiten.





