Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St. Louis haben den ersten Hinweis darauf erhalten, dass wandernde Immunzellen durch den gleichen Signalstoff wie Nervenzellen an ihren Bestimmungsort finden. Das komplizierte Leitsystem aus anziehenden und abstoßenden Signalen scheint zwischen Immun- und Nervensystem sehr ähnlich zu sein, wie sie in der Fachzeitschrift Nature beschrieben.
Nachdem eine Zelle geboren wurde, navigiert sie zu ihrem Bestimmungsort. Geleitet wird sie auf ihrer Reise durch bestimmte Signale, die bereits am Ort befindliche Zellen absondern. Hierbei nutzt das Nervensystem sowohl anziehende, wie auch abstoßend wirkende Signalstoffe und solche, die Zellen auseinandertreiben.
Während Nervenzellen für ihre Wanderung Minuten bis Stunden benötigen, bewegen sich Immunzellen innerhalb von Sekunden an den richtigen Ort. Sie werden meist an entzündeten Stellen des Körpers gebraucht und wandern hier ein.
Um die leitende Wirkung aufzuklären, untersuchte das Team um den Neurobiologen Yi Rao ein im Nervensystem als zurückweisend agierend bekanntes Protein namens Slit. Sie stimulierten Zellen das Immunsystems durch anziehende Botenstoffe, fügten aber gleichzeitig Slit hinzu. Daraufhin verzögerte sich die gerichtete Bewegung. Die Zellen wurden also gehemmt. Somit unterbindet Slit nicht nur in Nervenzellen, sondern auch bei Immunzellen eine gerichtete Vorwärtsbewegung.
Die Forscher hoffen, anhand ihrer neuen Ergebnisse neue Therapien zur Behandlung von Entzündungen und Autoimmunreaktionen voranzutreiben.
Dr. Dagmar Knopf





