Mehr als ein Drittel aller Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm haben als Schulkinder deutlich mehr Probleme als ihre Mitschüler, die termingerecht und mit Normalgewicht das Licht der Welt erblickten. Das berichten Forscher um Professor Dieter Wolke von der University of Hertfordshire auf der 10th European Conference on Developmental Psychology.
Ihre Untersuchungen an hunderten ehemaliger Frühchen und deren Altersgenossen mit normalem Geburtsgewicht zeigen Unterschiede bereits im Vorschulalter: Als Fünfjährige hatten die ehemaligen Leichtgewichte einen deutlich geringeren IQ. Später, im Alter von achteinhalb Jahren, hatte noch jedes dritte von ihnen Probleme beim Lesen und 40 Prozent taten sich mit dem Schreiben schwer. Jedes fünfte der frühgeborenen Kinder musste in einer Sonderschule betreut werden. Unter den Kindern, die ihr Leben mit satten vierzig Wochen im Mutterleib beginnen konnten, hatte nur jedes zehnte Probleme mit dem Lernprogramm einer Regelschule.
Dem Bericht der britischen Wissenschaftler zufolge setzt sich dieser Trend fort. Auch mit zwölf Jahren sind viele Frühchen ihren Altersgenossen im Schnitt schulisch noch deutlich unterlegen.
Andrea Hoferichter





