Landmassen kollidierten und trennten sich wieder auf: Durch die Prozesse der Plattentektonik hat die Erde ihr Gesicht im Verlauf ihrer Geschichte fortlaufend verändert – und das wird auch so weitergehen. Momentan sind die Landmassen relativ weit über den Planeten verteilt. Doch das war nicht immer so: Man geht davon aus, dass sie einst zu einem Superkontinent verschmolzen waren, der Pangäa genannt wird. Vor etwa 200 Millionen Jahren brach dieses Gebilde dann auseinander und seine Teile drifteten in die heutigen Positionen. Doch wie wird es nun weitergehen?
Auf der Grundlage der aktuellen Bewegungen der Kontinentalplatten gehen Forscher davon aus, dass die Kontinente erneut auf eine Vereinigung zusteuern. Demnach wird in etwa 250 Millionen Jahren ein neuer Superkontinent entstanden sein, der als Pangäa Ultima bezeichnet wird. Das plattentecktonische „Vorspulen“ ist zwar immer mit einem Unsicherheitsfaktor verbunden. Doch es zeichnet sich in den Modellen eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür ab, dass sich die gigantische Landmasse im äquatorialen Bereich bilden und kaum in höhere Breitengrade der Erde reichen wird.
Welche Bedingungen könnten auf Pangäa Ultima herrschen?
Ein internationales Forscherteam ist nun anhand von Modellsimulationen der Frage nachgegangen, welche Bedingungen auf dem zukünftigen Superkontinent herrschen könnten. Dabei berücksichtigten sie unterschiedliche Einflussgrößen: In die Berechnungen flossen Schätzungen dazu ein, wie sich die Lage des Superkontinents und die kaum von Wasserflächen unterbrochene Landmasse auf Klimabedingungen auswirken würden. Außerdem implementierten die Wissenschaftler wahrscheinliche Veränderungen des Kohlendioxid-Gehalts der Atmosphäre sowie Prognosen zur Intensität der Bestrahlung der Erde durch die Sonne in 250 Millionen Jahren.
Wie das Team berichtet, zeichnen sich auf der Grundlage der angenommenen Entwicklungen extrem heiße Bedingungen auf Pangäa Ultima ab. Demnach wird der erhöhte Vulkanismus im Zuge der Bildung des Superkontinents zu einem enormen Kohlendioxidausstoß führen. Der atmosphärische Gehalt könnte dadurch das Doppelte des heutigen Werts erreichen und damit zu einem enormen Treibhauseffekt führen. Eine um 2,5 Prozent höhere Strahlungsintensität der Sonne würde ebenfalls zur Aufheizung beitragen. All dies könnte wiederum eine Landmasse betreffen, die sich hauptsächlich im tropischen Bereich der Erde befindet. “Der neu entstandene Superkontinent würde einen dreifachen Schlag erzeugen, der den Effekt der Landmasse, die heißere Sonne und mehr CO2 in der Atmosphäre umfasst“, sagt Erst-Autor Alexander Farnsworth von der University of Bristol. Ein Großteil der Landfläche wäre dadurch wohl mit Temperaturen zwischen 40 und 70 Grad Celsius konfrontiert“, sagt der Forscher.





