Die Generation der heute 40-jährigen wird im Durchschnitt hundert Jahre alt werden, prophezeit das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. Entgegen früherer Annahmen stößt die beständige Verlängerung der durchschnittlichen Lebenserwartung noch an keine Grenze: Das Lebensalter in den entwickelten Ländern steigt jedes Jahr ungebremst um drei Monate, schreibt der Demograf James Vaupel im Magazin “Science”.
Die Schlüssel-Nachricht unserer Studie an Politiker ist, dass es keine obere Grenze der Lebenserwartung zu geben scheint, erklärt Vaupel. “Das hat nachhaltige Implikationen für die Budget-Planungen, die Zukunft der Pensionen sowie der Gesundheitsfürsorge”. Bisher seien Forscher und Politiker davon ausgegangen, dass es eine natürliche Grenze in der Lebenserwartung gebe, die auch unter günstigen Bedingungen nicht wesentlich überschritten wird. Diese Ansicht könne durch die tatsächlichen Entwicklungen aber nicht belegt werden.
In den vergangenen zweihundert Jahren hat sich die Lebenserwartung in den entwickelten Ländern mehr als verdoppelt und stieg von durchschnittlich 25 auf 65 Jahre für Männer und 70 Jahre für Frauen, erklärt der Forscher. Die Bevölkerungsgruppe mit der höchsten Lebenserwartung in den entwickelten Länder sind japanische Frauen, die heute schon im Durchschnitt 85 Jahre alt werden.
Vaupel, der auch an der amerikanischen Duke-Universität forscht, hat für die Studie zusammen mit Jim Oeppen von der britischen Universität in Cambridge die Lebenserwartung von Australien, Island, den Niederlanden, Norwegen, der Schweiz, Schweden und den USA untersucht.
Andreas Wawrzinek





