Molekularbiologen der University of California, San Diego, und der National Autonomous University of Mexiko verwandelten Laubblätter der Ackerschmalwand in Blütenblätter. Wird nun bald ein Traum für Blumenliebhaber wahr und wir können demnächst Rosen kaufen, die statt Laubblättern nur farbenprächtige Blütenblätter an den Stielen haben?
Blüten sind aus ringförmig angeordneten Blättern zusammengesetzt. Die äußeren, grünen Kelchblätter sind oft klein und schützen die Blütenknospe, bevor sie sich öffnet. Darunter befinden sich die auffälligen, bunt gefärbten Kronblätter oder Blumenblätter. Darauf folgt ein Ring aus Staubblättern, den männlichen Fortpflanzungsorganen und ein Ring aus Fruchtblättern (oft auch Griffel genannt), den weiblichen Fortpflanzungsorganen. Schon vor 200 Jahren vermuteten Biologen, dass die verschiedenen Blütenblätter eigentlich modifizierte Laubblätter sind, doch bisher war es noch nicht gelungen, ein Laubblatt tatsächlich in ein Blütenblatt umzuwandeln.
Schon im Mai letzten Jahres fanden Martin F. Yanofsky und seine Kollegen drei identische, für die Blütenentwicklung wichtige Gene, durch deren Mutation sich Blütenblätter zu Kelchblättern entwickelten. Jetzt zeigten sie durch Versuche an der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), dass sie zwei dieser Gene in Kombination mit drei weiteren für die Blütenentwicklung wichtigen Genen einschalten müssen, um Laubblätter in Blumenblätter zu verwandeln.
“Wir wussten schon seit zehn Jahren, wie wir Blütenblätter in Laubblätter verwandeln können, aber es war uns noch nicht gelungen, Laubblätter in Blütenblätter zu verwandeln. Wir wussten, dass uns dazu ein Puzzleteil fehlte und jetzt wissen wir genau, was uns gefehlt hat”, bemerkte Yanofsky.
Obwohl die Technik bisher nur bei Arabidopsis angewendet wurde, sollte sie auch auf andere Pflanzen übertragbar sein, meinen die Wissenschaftler.
Ralf Möller





