Langusten können auf dem biologischen Gegenstück einer Geige Geräusche produzieren. Das hat die Biologin Sheila Patek von der Universität Duke beobachtet. Über ihre Forschungen berichtet Patek im Fachjournal “Nature” (Vol . 411 Iss. 6834).
Wenn die Tiere ihre Antennen auf eine bestimmte Art bewegen, reibt ein Knubbel aus weichem Gewebe über eine Art Saite und erzeugt so ein Geräusch. Es klingt wie ein Stock, der über ein Waschbrett kratzt, oder wie ein feuchter Finger, der einen Luftballon reibt.
Da Langusten nur über äußerst kurze Entfernungen hören können, nutzen sie ihren Geigenton wahrscheinlich nicht zur Verständigung, sondern als Abschreckung von Räubern. “Wenn Sie ein Butterbrot aufheben wollen und es quiekt, dann zögern Sie doch”, meint Patek. Die Langusten brauchen ihr Abwehrsystem besonders, wenn sie sich gerade gehäutet haben. Dann ist ihr Panzer noch nicht ausgehärtet und sie geben eine leichte Beute ab. Da ihre Geige aus Weichteilen besteht, funktioniert sie auch zu diesem Zeitpunkt.
Es ist das erste Mal, dass ein solcher Mechanismus in der Natur gefunden wurde. Andere Tiere, beispielsweise Grillen, erzeugen Geräusche mit einem harten Kratzer, der über eine feste Zahnreihe fährt.
Cornelia Pfaff




