Ein tonnenförmiger Körper mit einem langen Schwanz und Hals, an dem ein kleiner Kopf sitzt: Das sind die Markenzeichen der Sauropoden. Berühmt sind sie auch für ihre Superlative. Zu dieser Gruppe der Dinosaurier gehörten die größten Landtiere der Erdgeschichte. Einige Arten erreichten Körperlängen von bis zu 40 Metern und ein Gewicht von 70 Tonnen oder mehr. So bizarr und antiquiert uns diese Giganten auch erscheinen mögen, waren sie doch ausgesprochene Erfolgsmodelle der Evolution: Bis zum großen Massenaussterben vor 65,5 Millionen Jahren brachten die Sauropoden über viele Jahrmillionen hinweg zahlreiche Arten hervor, die viele Teile der Welt bevölkerten.
Warum setzten sich die Sauropoden durch?
Sie gehörten allerdings nicht zu den frühesten Vertretern der Dinosaurier, deren Ära vor etwa 230 Millionen Jahren begann. In den ersten fünfzig Millionen Jahren ihrer Evolutionsgeschichte war die Dinosauriergruppe, zu der die Vorfahren der Sauropoden gehörten, durch mehrere Entwicklungslinien vertreten. Diese sogenannten Sauropodomorpha umfassten zwar auch schon einige Schwergewichte, viele waren aber noch vergleichsweise klein und leicht – manche waren nur so groß wie eine Ziege. Vor etwa 180 Millionen Jahren verschwanden dann jedoch alle diese Gruppen relativ schlagartig von der Bühne der Evolution – mit einer Ausnahme: Die Linie der Sauropoden überlebte und verzweigte sich anschließend. Was diese Entwicklung im frühen Jura-Zeitalter verursacht hat, gilt bislang als rätselhaft. Doch nun präsentiert ein internationales Forscherteam eine plausible Erklärung für die ungewöhnliche Geschichte der Sauropodomorpha.

Ihre Ergebnisse basieren auf der Untersuchung von Funden in der Provinz Chubut im argentinischen Patagonien. Dort haben die Paläontologen den Schädel eines der nun ältesten bekannten Vertreter der großen Sauropoden entdeckt. Die Gesteinsschichten, aus denen der auf den Namen Bagualia alba getaufte Saurier stammt, konnten auf ein Alter von 179 Millionen Jahren datiert werden. Wie die Forscher berichten, besaß dieses Tier bereits die für die Sauropoden typischen robusten Zähne. Frühere Vertreter der Sauropodomorpha besaßen hingegen deutlich schmalere, weniger stabile Beißer. Dabei handelt es sich um einen Beleg dafür, dass sie sich von einer eher weichen und üppigen Vegetation ernährten.
Klimawandel und Vegetationsveränderung
In diesem Zusammenhang lieferte der aktuelle Fund nun weitere spannende Hinweise: In den das Fossil umgebenden Gesteinen fanden die Forscher Überreste von Pflanzen, die aus den Lebzeiten von Bagualia alba stammten, aber auch aus der Ära davor. Sie konnten somit Hinweise auf Veränderungen der Vegetation liefern und damit auch auf klimatische Verschiebungen. Wie die Forscher berichten, zeichnet sich in den Befunden ab, dass
es vor etwa 180 Millionen Jahren einen raschen Klimawandel gegeben hat: Die mild-warmen und feuchten Bedingungen, in denen eine vielfältige und üppige Vegetation gewachsen war, gingen in ein heiß-trockenes Klima über, in dem offenbar nur eine artenärmere und robustere Flora gedeihen konnte. Konkret fanden die Paläontologen in den jüngeren Gesteinsschichten Spuren von Pflanzen, die speziell an heiße Klimazonen angepasst waren, wie etwa bestimmte Nadelbäume.





