Menschen mit Morbus Crohn, einer chronischen Darmentzündung, kann jetzt auch langfristig geholfen werden. Infusionen mit dem monoklonalen Antikörper Infliximab bewirkten bei doppelt so vielen Patienten ein Ausbleiben der Krankheitserscheinungen wie ohne die Therapie, wenn sie alle acht Wochen verabreicht wurden. Das berichtete Stephen Hanauer von der University of Chicago bei der Digestive Disease Week in Atlanta.
Morbus Crohn ist eine schubförmig verlaufende chronische Krankheit, die alle Abschnitte des Magen-Darm-Traktes befallen kann. Sie geht mit Durchfällen, Fieber, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust einher. Infliximab, das seit drei Jahren zugelassen ist, wurde bisher lediglich beim erneuten Aufflammen der Erkrankung verwendet. ?Jetzt haben wir erstmals eine Therapie, die uns erlaubt, die Krankheit über einen längeren Zeitraum zu kontrollieren?, so Hanauer. Er und seine Kollegen an 55 Zentren in Nordamerika, Europa und Israel hatten die Therapie in einer großangelegten Studie mit 573 Patienten erprobt.
Infliximab ist ein monoklonaler Antikörper, der in den Entzündungsprozess eingreift, indem er ein bestimmtes Signal-Molekül blockiert, den Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-alpha).
Ein wichtiger Vorteil des neuen Therapieregimes ist, dass die Patienten weniger Steroide einnehmen müssen, um die Darmentzündung in Schach zu halten. Dies ist von Vorteil, weil Steroide bei häufigem Gebrauch erhebliche Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Osteoporose verursachen. Sie können auch zu Diabetes mellitus führen.
Dr. Thomas Meißner




