Menschen schauen schöne Dinge gerne lange an. Doch dass sie Dinge immer schöner finden, je länger sie diese anschauen, haben nun amerikanische Hirnforscher gezeigt. Dieses Phänomen hängt mit den Bewegungen der Augen zusammen, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience (Online-Vorabveröffentlichung vom 9. November, DOI 10.1038/nn1150).
Die Forscher um Shinsuke Shimojo vom California Institute of Technology (CalTech) in Pasadena (USA) zeigten den Teilnehmern ihrer Studie zwei Gesichter und ließen sie anschließend das attraktivere der beiden aussuchen. Während dieser Entscheidung beobachteten die Forscher die Augenbewegungen der Teilnehmer. Anfangs wanderte der Blick noch gleichmäßig zwischen beiden Gesichtern hin und her. Im Lauf der Zeit blieb er jedoch immer mehr auf dem Gesicht haften, das anschließend als das attraktivere gewählt wurde.
In einem zweiten Experiment präsentierten die Wissenschaftler den Teilnehmern die beiden Gesichter jeweils nur eine bestimmte Zeitspanne lang. Es zeigte sich, dass die Betrachter am Ende das Gesicht bevorzugten, auf dem ihr Blick länger verweilen durfte. Dieser Effekt trat jedoch nur auf, wenn die Personen ihre Augen über das Gesicht schweifen lassen konnten. Mussten ihre Augen dagegen unbewegt bleiben, zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Betrachtungsdauer und Bevorzugung.
Möglicherweise schaukeln sich das Anschauen und Mögen gegenseitig auf, vermuten die Forscher. Je mehr eine Person oder ein Gegenstand gemocht wird, desto länger wird er betrachtet. Und das lange Betrachten fördert wiederum die Vorliebe.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann




