In den nächsten 50 Jahren wird neben dem Treibhauseffekt vor allem die Landwirtschaft einen großen Einfluß auf mögliche Veränderung in der Umwelt haben. Zu diesem Ergebnis kommen David Tilman und seine Kollegen von der University of California, Santa Barbara.
Bis zum Jahr 2050 wird sich die Weltbevölkerung wahrscheinlich verdoppeln. Um alle Menschen mit Nahrung versorgen zu können, muß eine Fläche so groß wie die USA, einschließlich Alaskas, in landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt werden. Zur Erhöhung der Ernteerträge werden vermutlich auch Kunstdünger und Pestizide eingesetzt, die durch Erosion in angrenzende Gewässer gewaschen werden können. (Lesen Sie dazu: Reduzieren des Pflügens kann die Wasserqualität in angrenzenden Gewässern verbessern) Diese Auswaschungen können Ökosysteme zerstören und auch die Trinkwasserqualität verschlechtern.
Um die mögliche Gefährdung der Umwelt einzuschränken, geben die Autoren einige Lösungsvorschläge: Die biologische und chemische Schädlingbekämpfung sollte kombiniert werden. Zur Verringerung der Erosion sollte Brachland mit Deckpflanzen bepflanzt werden, außerdem sollten Freiflächen zwischen den Ackerflächen und den Wasserabflußgebieten geschaffen werden (Pufferzonen). Die Verwendung von Wasser, Dünger und Pestiziden sollte auf den jeweiligen Fall abgestimmt und wenn möglich verringert werden.
“Weder die Gesellschaft noch die meisten Wissenschaftler verstehen die Bedeutung der Landwirtschaft. Sie wird unterschätzt und kaum beachtet. Dennoch ist sie wahrscheinlich so bedeutend wie der Klimawandel”, erklärte David Tilman.
Ralf Möller





