Auch der alltägliche Lärm, dem Babys heutzutage ausgesetzt sind, könnte ähnliche Folgen haben, vermuten die Autoren. Die Umgebungsgeräusche könnten auch beim Menschen die Entwicklung der Hörfähigkeit und des damit verknüpften Sprachverhaltens deutlich verzögern.
Lärmbelastung kann möglicherweise bei Babys die Entwicklung des Gehirns stören und damit die Sprachfähigkeit beeinträchtigen. Das legen Versuche an Ratten nahe, berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin “Science” (Bd. 300, S. 498).
Die Forscher um Edward Chang und Michael Merzenich von der Universität San Francisco studierten den Einfluss von weißem Rauschen auf die Gehirnentwicklung von Rattenbabys. Dabei entdeckten sie, dass eine dauerhafte Beschallung der Jungtiere zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens deutlich die Entwicklung des so genannten auditiven Cortex verlangsamt. In dieser etwa zwei bis drei Wochen langen Periode findet eine ausgeprägte Umorganisation dieser Gehirnregion statt, die für das Erfassen von Tönen und Geräuschen verantwortlich ist. Wurde die Geräuschkulisse entfernt, setzte sich die Entwicklung wieder in normaler Geschwindigkeit fort.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





