Taufliegen brauchen nicht unbedingt zu hungern, um ihre Lebenserwartung zu erhöhen: Auch eine Veränderung der Nährstoffzusammensetzung kann das Leben der Insekten verlängern, haben britische Forscher entdeckt. Damit kommt es im Gegensatz zur bisherigen Lehrmeinung offenbar nicht nur auf die Anzahl der aufgenommenen Kalorien an, sondern auch darauf, aus welchen Nährstoffen sie stammen.
In ihren Experimenten variierten die Wissenschaftler vom University College in London in der Nahrung der Fliegen die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien sowie das Verhältnis von Hefe – und damit Proteinen und Fetten – und Zucker. Den größten Effekt konnten die Forscher wie erwartet beobachten, wenn sie die Zahl der Kalorien insgesamt reduzierten. Doch verlängerte sich die Lebenserwartung fast ebenso stark, wenn sie nur den Anteil der Hefe reduzierten, die Gesamtzahl der Kalorien jedoch konstant ließen. Kaum eine Auswirkung auf die Lebenserwartung hatte schließlich eine Reduktion des Zuckeranteils in der Nahrung.
Hefe und Zucker werden mit Hilfe unterschiedlicher Stoffwechselvorgänge verarbeitet und beeinflussen die Lebensdauer der Fliegen daher unterschiedlich stark, erklären die Forscher. Der Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und der Zahl der aufgenommenen Kalorien ist nicht nur bei Taufliegen, sondern auch bei Ratten und Mäusen schon länger bekannt. Viele Forscher vermuten daher, dass ein solcher Zusammenhang ähnlich auch beim Menschen gelten könnte.
William Mair et al. ( University College London): PLoS Biology, Bd. 3(7), S. e223
ddp/wissenschaft.de ? Anne Wloka





