Viele sehen in ihm den Urtyp des Dinosauriers schlechthin: der Langhalssaurier oder Sauropode, der vor 150 Millionen Jahren lebte. Manche Arten wie der Brontosaurus wurden über 30 Meter lang, besaßen einen massigen Körper und schlangenförmige Hälse, die über 20 Prozent ihrer Gesamtlänge ausmachten. Gleichzeitig gelten diese Giganten der Urzeit wegen ihrer mangelnden Anpassungsfähigkeit als ein Symbol für eine dem Untergang geweihte Spezies. Diesem Bild widerspricht jetzt der Zufallsfund eines bisher unbekannten Sauropoden, auf den der argentinische Schafzüchter Daniel Mesa in Patagonien stieß. Als ein deutsch-argentinisches Forscherteam um Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München das Fossil untersuchte, machten die Wissenschaftler eine überraschende Entdeckung: Brachytrachelopan mesai war insgesamt knapp 10 Meter, sein Hals jedoch nur etwa 1,20 Meter lang. Damit ist das Tier – gemessen am Verhältnis von Gesamtgröße zu Halslänge – der bei weitem kurzhalsigste Langhalssaurier, der je gefunden wurde. Rauhut erklärt sich diese Tatsache damit, dass sich der Sauropode in seiner Lebensweise deutlich von anderen unterschied: „Vermutlich war der Saurier wählerisch bei seinem Futter und hatte sich auf Pflanzen in einer bestimmten Höhe spezialisiert.” Der Paläontologe nimmt deshalb an, dass Sauropoden viel anpassungsfähiger waren als bisher vermutet.





