Bei Alzheimer und verschiedenen anderen Krankheiten lagern sich in den jeweils betroffenen Organen Proteine ab, die das Gewebe schädigen. Wissenschaftler der Royal Free and University College Medical School in London haben jetzt einen neuen Wirkstoff gefunden, der die Ausbreitung dieser so genannten Amyloidablagerungen bremst und deren Abbau fördert. Das berichtet das Fachblatt Nature in seiner aktuellen Ausgabe (Bd. 417, S. 254).
Mark Pepys und seine Kollegen untersuchten die Rolle des Proteins SAP (“Serum-Amyloid P”) bei der Amyloidbildung. Dieses Protein ist einerseits ein normaler Bestandteil des Blutes. Andererseits lässt es sich in allen Proteinablagerungen nachweisen, da es die Eigenschaft hat, sich mit diesen unlöslichen Eiweißstoffen zu verbinden.
Die Wissenschaftler vermuteten, dass SAP für die Stabilität der Amyloidablagerungen verantwortlich sein könnte. Mit einer von der Aminosäure Prolin abgeleiteten Substanz waren sie in der Lage, die Bindung zwischen SAP und Amyloidproteinen zu verhindern. In Tierversuchen konnte damit das Ausmaß der Proteinablagerungen im Gewebe verringert werden. Erste Versuche an Menschen ergaben nach mehrmonatiger Behandlung ähnliche Ergebnisse.
Joachim Czichos





