Lange galten die Einnahme von Folsäure und der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol als besonders wichtig für die gesunde Entwicklung von Ungeborenen. Eine Studie an Mäusen ergab jetzt, dass ohne das Protein Ctr1, einem Kupfertransportgen, Kupfer nicht in die Zellen transportiert werden kann. Ohne Kupfer ist jedoch eine normale Embryonalentwicklung nicht möglich und der Fetus wird abgestoßen. Dieses Ergebnis stellen die Wissenschaftler des University of Michigan Health Service in der Juni-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences vor.
Untersuchungen haben ergeben, dass die genetische Struktur und Funktion des Proteins Ctr1 bei Mäusen und Menschen nahezu identisch sind. Sogar bei Fruchtfliegen konnte Dennis J. Thiele, Professor für Biochemie an der University of Michigan Medical School und Leiter der Untersuchung, Ctr1-Transportproteine feststellen. “Es scheint so, als habe sich Ctr1 im Laufe der Evolution bewährt, weil es sehr effektiv Kupfer durch die Membrane in die Zellen transportieren kann”, meint Thiele.
Die Studie zeigt eindeutig, dass Mäuse ohne Ctr1 bereits vor der Geburt starben. Auch Kupferzusätze, die der Mutter drei Wochen vor und während der Schwangerschaft über das Trinkwasser verabreicht wurden, konnten den Ungeborenen nicht helfen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass es keine Alternative für die Kupferaufnahme in die Zellen gibt, die den Verlust des Transportgens kompensieren könnte. Es muss mindestens eine funktionstüchtige Kopie des Ctr1 Proteins vorhanden sein, um eine normale Embryonalentwicklung zu garantieren.
Kupfer ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der bei vielen biochemischen Reaktionen in Zellen gebraucht wird. Ohne Kupfer können Zellen weder Energie produzieren, noch Eisen umsetzen, noch freie Radikale entgiften. “Auch können wir ohne Kupfer keine Blutgefäße züchten, keine Neuropeptide synthetisieren, die die Muskelkontraktion kontrollieren und auch kein Kollagen herstellen, das unserer Haut ihre Elastizität verleiht”, so Thiele.
Birgit Kahler





