Forscher haben in akribischer Kleinarbeit eine Computergrafik der kugelförmigen Proteinhülle von Viren erstellt, die sämtliche fünf Millionen Atome der Hülle zeigt. Für die Darstellung mussten die Forscher Hunderte von Röntgenaufnahmen auswerten.
Viren injizieren ihr Erbgut in fremde Zellen und lassen dieses von den genetischen Werkzeugen der Wirtzelle vervielfältigen. Die Gene des Virus enthalten außerdem den Bauplan für eine Proteinhülle, die ebenfalls durch Werkzeuge der Wirtszelle aufgebaut wird. In diese Hülle werden die Viruskopien verpackt. Wenn die Zelle schließlich zerstört wird, sind die Viren ihrer Hülle geschützt, bis sie in eine neue Zelle injiziert werden.
Die Forscher haben nun ein detailliertes Bild der Hülle des viel studierten Virus PsV-F erstellt. Sie analysierten dafür Hunderte von Röntgenaufnahmen der Erreger: Anhand des Ablenkungswinkels der Röntgenstrahlen bestimmten sie die räumliche Position jedes einzelnen der 5 Millionen Atome. Das Ergebnis ist das beeindruckende Bild von einer kugelförmigen Hülle aus genau 120 Kopien eines einzigen Proteins. Viele der 5.000 bekannten Viren benutzen dasselbe Hüllenmodell. Seine präzise Struktur ist eine wertvolle Information für die Entwicklung von Medikamenten zur Virenbekämpfung.
Junhua Pan (Rice University in Houston) et al.: PNAS (DOI: 10.1073/pnas.0812071106) ddp/wissenschaft.de ? Martin Rötzschke





