Ein synthetisches Antioxidans hat im Experiment bei Mäusen den Ausbruch von Typ 1-Diabetes verhindert. Diese Diabetesvariante zählt zu den Autoimmunerkrankungen, da hierbei Immunzellen die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Das Antioxidans schützte die Betazellen vor der Zerstörung durch Sauerstoffradikale und blockierte zudem die Fähigkeit des Immunsystems, die Betazellen als Ziel eines Immunangriffs zu erkennen.
Über ihre Ergebnisse berichten James Crapo vom National Jewish Medical and Research Center und Jon Piganelli vom University of Colorado Health Sciences Center in der Februarausgabe der Zeitschrift “Diabetes”.
Die Versuche zeigten auch, dass das Antioxidans das Immunsystem davon abhalten kann, bestimmte Antigene zu erkennen. Antigene lösen normalerweise eine Immunantwort, den Angriff gegen körpereigene Zellen, hervor. Das Antioxidans könne deshalb, so die Wissenschaftler, in Kombination mit bestimmten Antigenen zur Behandlung anderer Autoimmunkrankheiten eingesetzt werden. Bevor jedoch klinische Studien am Menschen stattfinden können, müssen noch weitere Tierversuche folgen, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Antioxidans zu beweisen.
Beim Autoimmun- oder Typ 1-Diabetes sieht das Immunsystem Betazellen fälschlicherweise als Fremdkörper an und initiiert einen Angriff gegen sie. Während des Angriffes werden Sauerstoffradikale freigesetzt, die die Betazellen beschädigen und schließlich zerstören. Ist der überwiegende Teil der Betazellen zerstört, ist Insulinmangel die Folge. Bisher ist nicht bekannt, was die Autoimmunreaktion gegen die Betazellen auslöst. Wahrscheinlich spielen Krankheitserreger wie Grippeviren im Kombination mit einer erblichen Belastung eine Rolle.
Nicole Waschke





