Die abartige Verteilung der Chromosomen in den Zellen von im Reagenzglas befruchteten Embryos könnte von den Verhältnissen in der Retorte verursacht werden. Das ergaben Experimente mit männlichen Maus-Embryos. Christopher Bean von der Case Western Reserve Universität in Cleveland meint, seine Ergebnisse könnten auch Konsequenzen für die Kultivierung von menschlichen Retortenbabys haben.
Bei rund 10 Prozent aller menschlichen Embryos weicht die Chromosomenzahl in den Zellen von der normalen Verteilung ab. Besonders während der ersten Zellteilungen kommt es vor, dass einige Zellen mit mehr als 23 und andere mit weniger Chromosomen ausgestattet werden.
Bei Mäusen tritt die so genannte Aneuploidie wesentlich seltener auf. Dennoch meint Bean, dass sich eine bestimmte Mausart zur Erforschung des Phänomens eignet. Kultivierte er Maus-Embryos in 5 Prozent Kohlendioxid, so tendierten sie zwischen dem 2- und 16-Zellstadium zur abnormen Verteilung des Y-Chromosoms. Unter anderen Bedingungen war die Häufigkeit der Anomalie dagegen nicht größer als bei Embryos, die in einer natürlichen Gebärmutter heranwuchsen.
Auch bei menschlichen Embryos könnten die Verhältnisse in der Retorte Einfluss auf die Verteilung der Chromosomen haben, meint Bean. Bislang gibt es dafür keine statistischen Hinweise. Von der direkten Injektion eines Spermiums in die Eizelle (intracytoplasmatische Spermieninjektion) ist jedoch bekannt, dass sie das Aneuploidie-Risiko erhöht.
Adam Bostanci





