Obwohl der Kuckuck das Aussehen seiner Eier dem der jeweiligen Wirtsvögel erstaunlich gut anpassen kann, gelingt es diesen allerdings oft, das gefälschte Ei zu erkennen, um es zu entfernen. Die Mechanismen dieser Fähigkeit waren allerdings bisher unklar. Die Muster auf den Eierschalen vieler Arten legten aber die Bedeutung der visuellen Signatur nahe. Diesem Erkennungsmechanismus sind die Forscher um Mary Caswell Stoddard von der Harvard University nun durch Untersuchungen mit einer eigens entwickelten Methode nachgegangen: „Wir nutzen dabei Computertechnologien, die zur Erkennung von Merkmalen in Gesichtern eingesetzt werden”, erklärt Stoddard.
Software erfasst die Ei-Signaturen
Mit ihrem Tool namens NATUREPATTERNMATCH untersuchten die Forscher die visuellen Eigenschaften der Eier von acht unterschiedlichen Wirtsvogelarten des Kuckucks. Es zeigte sich, dass einige von ihnen Muster entwickelt haben, die eine besonders komplexe Wiedererkennbarkeit gewährleisten. Interessanterweise handelte es sich bei diesen um genau die Arten, die besonders stark unter den betrügerischen Machenschaften des Kuckucks zu leiden haben.
Den Forschern zufolge legt dies nahe, dass sich der Kuckuck mit diesen Arten in einem co-evolutionären Wettrüsten befindet: Entwickeln die Wirtsvögel komplexere Schalen-Muster und können dadurch ihre Eier von den Kuckuckseiern unterscheiden, muss der Betrüger nachziehen – auch seine Imitationen werden immer raffinierter. „Dass der Kuckuck das Aussehen seiner Eier dem seiner Opfer anpasst, ist lange bekannt. Wir konnten nun zeigen, dass die Betrogenen offenbar zurückschlagen, indem sie immer raffiniertere Muster entwickeln”, sagt Stoddard. Das sei mit den Methoden zur Fälschungssicherung bei Geldscheinen vergleichbar. Das Wasserzeichen reichte irgendwann auch nicht mehr aus, um Fälschern effektiv das Handwerk zu legen.





