Seit Urzeiten ziehen Menschen Fische mit Stock, Schnur und Haken aus dem Wasser. Was einst nur der Nahrungsgewinnung diente, hat sich bekanntlich zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt: Viele Menschen genießen die Kombination aus Ruhe, Spannung und Naturerlebnis beim Fischfang mit der Angel. Da Überbelastungen von Fischbeständen vermieden werden müssen, unterliegt das Hobbyangeln gesetzlichen Regelungen. Angler sehen sich meist auch dem Gewässerschutz verpflichtet und bemühen sich um nachhaltige Praktiken bei ihrem Hobby.
Petri Heil mit technischer Unterstützung
Doch das Freizeitangeln ist im Wandel – Hightech hält zunehmend Einzug. Immer raffinierter designte Ruten, Angelschnüre, Haken, Köder und andere Ausrüstungsgegenstände kommen zum Einsatz, um den Fangerfolg zu erhöhen. Zudem nutzen einige Angler mittlerweile Technologien wie Unterwasserkameras, Echolotsysteme und sogar Drohnen, um zu lokalisieren, wo sich das Auswerfen der Angel am meisten lohnt. Auch spezielle Smartphone-Apps unterstützen die Angler bei ihrem Hobby und sorgen für Informationsverbreitung: Sie ermöglichen es, Erfahrungen, Erfolge und gute Fangplätze schnell mit anderen zu teilen.
„Moderne Angler und ihre Elektronik funktionieren wie ein vernetztes System, das mit zunehmender Effizienz Fische aufspüren, anlocken und fangen kann“, sagt Steven Cooke von der kanadischen Carleton University. “Die Innovationen erscheinen aus Sicht der Hobbyangler meist positiv, aber für Fischereibewirtschaftende und andere Entscheidungstragende stellt der rasche technologische Wandel eine Herausforderung dar und es stellen sich Fragen zu den Auswirkungen“, so der Fischereiexperte. Um Licht auf das Thema zu werfen, hat Cooke gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und weiteren Experten eine umfassende Literaturstudie zur Vergangenheit und Zukunft von Geräteinnovationen in der Angelfischerei durchgeführt. In die Studie sind auch umfangreiche Praxiserfahrungen eingeflossen, da zu vielen Aspekten noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen.
Chancen und Risiken
Wie die Forscher berichten, zeichnen sich Risiken, aber teilweise auch Chancen durch die Neuerungen in der Angelfischerei ab: „Innovationen in der Fischereitechnologie können Fischen durchaus auch zugutekommen – sie helfen beispielsweise Verletzungen, Stress und die Sterblichkeit zurückgesetzter untermaßiger Fische zu reduzieren oder sorgen dafür, dass nur bestimmte Arten oder Größen am Haken landen und dieser nicht mehr tief verschluckt wird“, sagt Arlinghaus. „Technische Neuerungen können aber auch die gesamte Funktionsweise der Angelfischerei verändern, Konflikte zwischen Anglergruppen und anderen Gewässernutzern schüren, die Ungleichheit in den Fängen der Angler steigern und gegen bewährte moralische Prinzipien verstoßen. Das Ganze hat also zwei Seiten“, so der Fischereiexperte.





