Die in der Krabbenfischerei massenhaft anfallenden Krabbenschalen wollen Bremer Forscher gewinnbringend weiterverwerten. Sie behaupten, dass ein Bestandteil der Schalen den Ertrag von Kartoffelbauern steigern kann. Über das Ergebnis einer entsprechenden Studie berichtete nun die Bremer Innovations-Agentur.
Bisher gelten Krabbenschalen eher als lästiger Abfall und nicht als wertvoller Rohstoff für weitere Produkte. In den Schalen befindet sich jedoch so genanntes Chitosan, dem eine antibakterielle Wirkung nachgesagt wird. Das brachte die Forscher der 1999 gegründeten Firma ChiPro auf die Idee, die Wirkung von Chitosan an Nutzpflanzen zu testen. Es zeigte sich, dass die Verbindung aufkeimende Kartoffeln vor Schädlingsbefall schützt und dadurch den Ertrag im konventionellen Anbau um etwa zehn Prozent steigert.
Chitosan kann in großtechnischen Maßstab aus Krabbenschalen gewonnen werden und gilt dabei als Naturprodukt, das auch für den ökologischen Landbau geeignet ist. Frühere Untersuchungen hatten zudem gezeigt, dass die Verbindung Rosen vor dem Befall mit Sternrußtau ebenso gut schützt wie konventionelle Pflanzenschutzmittel.
Wer Chitosan einsetzt, muss jedoch nicht seine Nase rümpfen, versichern die Forscher. In Fäden eingesponnen soll Chitosan wegen seiner antibakteriellen Wirkung sogar Baumwollsocken vor Schweißgeruch schützen.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek





