Immer wieder krachte es infernalisch: Viele Asteroiden haben im Laufe der Erdgeschichte unseren Planeten getroffen und für lokale oder aber weitreichendere Folgen gesorgt. Das berühmteste Beispiel ist dabei der gewaltige Einschlag, der vor etwa 66 Millionen Jahren die Dinosaurier von der Bühne der Evolution fegte. Von diesem Treffer zeugen die gewaltigen Überreste des Chicxulub-Kraters im Bereich der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Neben dieser besonders großen Narbe sind auch weitere mit beachtlichen Ausmaßen bekannt. Ein besonders spektakulärer Krater wurde dabei allerdings erst im Jahr 2015 entdeckt: Die Strukturen des Hiawatha-Kraters enthüllte erst eine Untersuchung mittels Radar, denn er schlummert unter einer dicken Eisschicht im Nordwesten Grönlands.
Wie alt ist der Krater unter dem Eis?
Den Untersuchungen zufolge besitzt der Hiawatha-Krater einen Durchmesser von etwa 31 Kilometern – damit gehört er zu den 25 größten bekannten Einschlagskratern der Erde. Es liegt nahe, dass der Einschlag einst zu weitreichenden Folgen für das Erdklima geführt hat. Doch wann war das? Bisher ließen die vergleichsweise wenig verwittert wirkenden Strukturen vermuten, dass der Krater noch jung sein könnte. Dies hat zu einigen Spekulationen geführt: Es erschien möglich, dass der Asteroid erst vor 13.000 Jahren auf der Erde eingeschlagen ist. Vielleicht war er somit für die fast 1000 Jahre andauernde globale Abkühlung verantwortlich, die als Jüngere Dryas bekannt ist, so eine Vermutung.
Doch wie aus der neuen Datierung hervorgeht, kann der Hiawatha-Einschlag wohl kein eiszeitlicher Klimafaktor gewesen sein, der möglicherweise auch das Schicksal unserer Vorfahren beeinflusste. Die Ergebnisse des internationalen Forscherteams basieren dabei auf Analysen von Sand und Gestein, das abfließendes Wasser aus dem Untergrund des Gletschers im Bereich des Kraters zutage gefördert hat. „Seit wir den Krater vor sieben Jahren entdeckt haben, haben wir hart daran gearbeitet, ihn zu datieren. Wir haben dazu mehrere Exkursionen in das Gebiet unternommen, um Proben zu sammeln, die mit dem Hiawatha-Einschlag in Verbindung stehen”, sagt Co-Autor Nicolaj Larsen von der Universität Kopenhagen. Konkret handelt es sich bei den nun untersuchten Proben um Material, das direkt bei dem Einschlag entstanden ist.
Es krachte vor 58 Millionen Jahren
Wie die Forscher erklären, führte das schockartige Überhitzen und Schmelzen dabei zu Veränderungen bestimmter Stoffe, die über die Bestimmung von Zerfallsprozessen eine zeitliche Einordnung zulassen. An dem Sand wurde im Naturhistorischen Museum Dänemarks in Kopenhagen eine auf Argon basierende Untersuchung durchgeführt – eine 40Ar/39Ar-Datierung. Parallel dazu wurde im Schwedischen Naturhistorischen Museum in Stockholm das Mineral Zirkon in den Gesteinsproben einer Uran-Blei-Datierung unterzogen.





