Erstmals ist es Medizinern gelungen, Gehirnschäden erwachsener Lebewesen mit bereits vorhandenen Stammzellen zu reparieren und wieder funktionsfähig zu machen. Das Experiment, das US-Forscher am Irvine’s College of Medicine (UCI) an Ratten durchführten, könnte bald zu neuen Behandlungsmethoden gegen Parkinson und Alzheimer führen.
Wie James Fallon und sein Team vom UCI in den Proceedings of the National Academy of Sciences berichten, wurden die Stammzellen über ein wachstumsförderndes Humanprotein, das sogenannte TGF-a, stimuliert. “Diese Studie beweist erstmals, dass man Stammzellen im Gehirn in ausreichend großer Zahl stimulieren kann, sie sich dann an beschädigte Stellen begeben und sie dort die Funktionen beschädigter Zellen aufnehmen können,” so Fallon.
Sobald die Forscher TGF-a in beschädigte Hirnregionen der Ratten injizierten, vermehrten sich Stammzellen des Gehirns, wanderten an den beschädigten Ort und differenzierten sich in Massen zu vollentwickelten Nervenzellen. Die bislang behinderten Ratten konnten sich daraufhin wieder normal bewegen. “Die Stammzellen befinden sich bereits in kleiner Zahl im Gehirn und anderen Organen. Es ist daher nicht nötig, Stammzellen oder embryonales Gewebe von anderswo zu transplantieren”, vermutet Fallon. Bei Parkinson-, Alzheimer- und Hirnschlag-Patienten sei die natürliche Fähigkeit des Stammzellen-Wachstumsstimulation im Gehirn jedoch zu gering. Die neuen Versuche legen indes nahe, dass Ärzte durch Zugabe von Wachstumsfaktoren wie TGF-a das Wachstum anregen können.
Frieder Graef





