Entgegen der Meinung vieler Ärzte ist Köpfen beim Fußball nicht gefährlich. Auch Eltern von Kindern unter zwölf Jahren müssen nicht um die geistige Leistungsfähigkeit ihres Nachwuchses fürchten, wenn diese beim Training den Ball beherzt mit dem Kopf kicken. Das behauptet zumindest Donald Kirkendall von der Universität Nord-Carolina.
Der Orthopäde hat Studien zu dem Thema aus den vergangenen vierzig Jahren durchgesehen und neu bewertet. Seine Schlussfolgerungen hat er im Journal “Sports Medicine” zusammengefasst.
In den siebziger Jahren war tatsächlich ein Problem, was man damals “Fussballer-Migräne” nannte, so Kirkendall. Wenn die alten Lederbälle nass wurden, konnten sie bis zu zwanzig Prozent schwerer werden. Moderne Lederbälle nehmen hingegen kein Wasser auf, selbst wenn es regnet. “Die Aufschlagkräfte, die wir heute beim Köpfen beobachten, sind recht gering”, sagt Kirkendall. Fußballer würden zudem die Nackenmuskeln beim Köpfen anspannen und mit dem ganzen Körper dem Ball entgegen springen. Gefährlicher sei hingegen, wenn ein Ball unerwartet einen Kopf trifft.
Auch Kinder werden durch Kopfbälle kaum gefährdet, so der Forscher. “Kinder treten dafür den Ball gar nicht hart genug.”
Andreas Wawrzinek





