Gebrauchte Matratzen können möglicherweise plötzlichen Kindstod auslösen. Darauf deutet eine Studie an über 400 Kleinkindern in Glasgow. Das berichten schottische Mediziner im Fachblatt “British Medical Journal” (Bd. 325, S. 1007).
Das Team um David Tappin vom Königlichen Kinderkrankenhaus verglich die Lebensumstände von Kleinkindern, die am plötzlichen Kindstod verstorben waren, mit denen gesunder Gleichaltriger. Demnach hatten verstorbene Kinder häufiger auf gebrauchten Matratzen geschlafen als gesunde. Besonders stark scheine das Risiko für einen plötzlichen Kindstod zu steigen, wenn zuvor ein Kind einer anderen Familie auf der Matratze geschlafen habe, schreiben die Forscher.
Die Ursache vermuten die Forscher in Bakterien, die bekanntermaßen in Kindermatratzen hausen und bereits mit dem plötzlichen Kindstod in Verbindung gebracht wurden. Spritzer von Milch, Speichel und Urin beim ersten Kind könnten das Wachstum der Keime gefördert haben, kommentieren andere Mediziner die Studie ihrer Kollegen.
Noch sei jedoch nicht erwiesen, dass die Kleinkinder tatsächlich wegen der alten Matratzen gestorben seien, betont Tappin. Ärmere Familien benutzen vermutlich öfter gebrauchte Matratzen als reiche. So können die Forscher nicht völlig ausschließen, dass auch andere Umstände in armen Familien den plötzlichen Kindstod ausgelöst haben könnten ? auch wenn sie versucht haben, in ihrer Studie die soziale und ökonomische Situation der Kinder zu berücksichtigen.
Für Verhaltenstipps im Umgang mit alten Matratzen sei es deshalb noch zu früh, meinen die Kommentatoren. Eltern sollen wie bislang ihr Kind möglichst auf dem Rücken schlafen lassen und es von Zigarettenrauch fernhalten, raten sie.
ddp/bdw – Marcel Falk





