Computer können malen, zeichnen, komponieren, schreiben. Darf man daraus ableiten, dass Computer kreativ sind und dass sie damit eines der zentralen Kennzeichen für “Menschsein” erworben haben?
Jein, antwortet Harold Cohen, Maler und Spezialist für Computer-Kunst darauf in einem Bericht der “BBC News”. Er geht davon aus, dass Computer auf einer unteren Ebene durchaus kreativ zu nennen sind, aber die große künstlerische Kreativität weiterhin dem Menschen vorbehalten bleibt.
Der englische Maler Harold Cohen hat sich seit Jahren mit der Möglichkeit des Kunstschaffens von Computern beschäftigt. Im Computer-Museum Boston unterhält er eine Dauerausstellung von Bildern, die von seinem Computer “Aaron” erstellt wurden.
Einerseits, so Cohen, erfüllten Aarons Werke einige Kriterien für Kreativität. Sie erfreuen beispielsweise das Auge des Betrachters und rufen Emotionen hervor. Andererseits ist es Cohen, der das Programm geschrieben hat, das Aarons Werke erst ermöglicht. “Aaron ist kreativ mit einem kleingeschriebenen ‘k’, er ist aber nicht kreativ mit einem großgeschriebenen ‘K’. Man kann ja vielleicht auch kreativ sein, indem man Körbe flicht oder Kerzen zieht”, sagt der Maler.
“Allerdings ist nicht klar, ob es ein Kontinuum zwischen dem kleinen ‘k’ und dem großen ‘K’ gibt oder nicht. Wenn es so ein Kontinuum gibt, dann ist Aaron ein gutes Stück kreativer als ein Korbflechter. Wenn es aber kein solches Kontinuum gibt, das kleine ‘k’ und das große ‘K’ also ganz verschiedene Dinge sind, dann ist Aaron nicht kreativ und dann kenne ich bisher auch kein anderes Programm, das kreativ wäre.”
Obgleich Aaron sehr komplexe Regeln kennt, in die auch Zufalls-Parameter eingebaut sind, ist es letztendlich Cohen, der dem Computer diese Regeln eingegeben hat. Die kreative Leistung stammt also eigentlich von dem Menschen, die Produkte des Computers sind davon abgeleitet.
Aarons Bilder im Internet.
Doris Marszk





