Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • natur Marktplatz

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
„Kochrezept“ für künstlichen Torf entwickelt
Erde & Umwelt

„Kochrezept“ für künstlichen Torf entwickelt

Torf ist ein natürlicher Rohstoff, der in Mooren entsteht. Wegen seiner besonderen Zusammensetzung wird diese Humusart oft eingesetzt, um die Struktur von Böden zu verbessern. Allerdings müssen dafür Moorgebiete trockengelegt werden, was verheerende Folgen für das Ökosystem hat. Nun haben Forschende eine neuartige…
Autor
Claudia Krapp
28. November 2025
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

In nassen Mooren gibt es wenig Sauerstoff. Organisches Material wie abgestorbene Pflanzen wird unter diesen Bedingungen nur unvollständig von Mikroben zersetzt. Im Laufe der Jahrtausende entsteht so Torf. Dieser natürliche Humus-Vorläufer hat saure und feuchtigkeitsbindende Eigenschaften sowie eine faserige und poröse Struktur, die für Böden nützlich sind. Torf wird daher weltweit für Landwirtschaft und Gartenbau genutzt. Um Torf abzubauen, müssen allerdings Moore trockengelegt werden, was sich negativ auf diese komplexen Ökosysteme auswirkt.

Torfersatz aus dem Schnellkochtopf

Ein Team um Nader Marzban vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam hat nun einen Weg gefunden, um auf andere Weise an die wertvolle Substanz zu gelangen. Die Forschenden entwickelten gleich zwei Verfahren, um künstlichen Torf herzustellen. „Wir können künstlichen Torf aus fast jedem organischen Ausgangsmaterial herstellen, darunter Biomasse wie Holz, Gräser, Blätter und Paludikulturpflanzen wie Schilfe und Torfmoose. Dieser Prozess erfordert Wasser, Druck und Temperaturen zwischen 70 und 120 Grad Celsius sowie eine geeignete Rezeptur für eine erfolgreiche Produktion“, erklärt Marzban das Grundprinzip des Prozesses.

Foto eines Schnellkochtopfs mit künstlichem Torf
Künstlicher Torf hergestellt in einem Schnellkochtopf. © Marzban / ATB

Ihren ersten Ansatz vergleichen die Erfinder mit dem Kochen dieser Zutaten in einem Schnellkochtopf bei etwa 120 Grad Celsius. Innerhalb von nur 30 Minuten entsteht unter diesen Bedingungen aus faserarmen Rohstoffen eine Art schwarzer Humus-Vorläufer mit denselben Eigenschaften wie natürlicher Torf. Der Schnellkochprozess ahmt damit in kurzer Zeit die natürliche Torfbildung nach, die sonst Jahrtausende benötigt, wie das Team berichtet.

Marzban und seine Kollegen entwickelten dieses erste Verfahren zudem so weiter, dass die einzelnen „Töpfe“ nie stillstehen, sondern dass darin kontinuierlich torfähnliches Substrat köchelt. So können auch Rohstoffe mit höherem Faseranteil verwendet werden. In diesem zweistufigen Verfahren wird die Biomasse zunächst bei etwa 70 Grad Celsius unter Druck gekocht. Anschließend werden die Fasern mechanisch zerkleinert, wodurch chemische Reaktionen ausgelöst werden, die Wärme freisetzen und torfähnliche Humusstrukturen bilden.

Beitrag zur Kreislaufwirtschaft

In beiden Torfersatz-Produktions-Verfahren werden durch die Verarbeitung von organischem Abfall-Material große Mengen an Kohlenstoff gebunden und es entstehen kaum Emissionen. Unterm Strich ist der Prozess damit klimapositiv. Die Technik könnte schon bald zu einer nachhaltigen, biobasierten Kreislaufwirtschaft beitragen. „Künstlicher Torf bietet eine Möglichkeit, natürlichen Torf zu ersetzen, Emissionen zu reduzieren und Biomasse zu recyceln“, so Marzban. „Die Produktion künstlichen Torfs könnte aufgrund seiner Skalierbarkeit und geringen Kosten bald die industrielle Produktion erreichen. Das Konzept ist jedoch nur der Anfang, ein spannender Ausgangspunkt für kontinuierliche Weiterentwicklung, Anpassung und Innovation.“
Quelle: Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB)

BiomasseHumuskünstlicher TorfMooreProduktionsmethodeTorfTorfersatzVerfahren

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Arktische Flussdeltas – unterschätzte Akteure im Kohlenstoffkreislauf
Erde & Umwelt

Arktische Flussdeltas – unterschätzte Akteure im Kohlenstoffkreislauf

15. Juni 2026

Arktische Flussdeltas speichern überproportional viel Kohlenstoff im Permafrost ihrer gefrorenen Böden – und sind daher unterschätzte…

Geschenk aus der Tiefsee: Neue Krebsfamilie entdeckt
Erde & Umwelt

Geschenk aus der Tiefsee: Neue Krebsfamilie entdeckt

12. Juni 2026

Die Lebenswelt der Tiefsee ist noch kaum erforscht. Jetzt haben Meeresbiologen im Nordatlantik eine bislang unbekannte Familie von…

Unterirdische Wurzelpilz-Netzwerke sind Billiarden Kilometer lang
Erde & Umwelt

Unterirdische Wurzelpilz-Netzwerke sind Billiarden Kilometer lang

12. Juni 2026

Verborgene Netzwerke: Die mit Pflanzenwurzeln verbundenen Mykorrhiza-Pilze bilden ein gigantisches, weltumspannendes Geflecht. Insgesamt…

Jahrhundert-Sturmfluten ereignen sich heute alle acht Jahre
Erde & Umwelt

Jahrhundert-Sturmfluten ereignen sich heute alle acht Jahre

12. Juni 2026

Extreme Sturmfluten ereignen sich heute zwölfmal häufiger als noch im Jahr 1900, wie neue Analysen zeigen. Demnach traten solche…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite