Wenn sich die Koalapopulation weiterhin wie bisher alle drei Jahre verdoppelt, werden in Australien nicht nur die Eukalyptusbäume knapp: Den Beuteltieren droht der Hungertod. Scott Buckingham, Leiter der Koala Rescue Foundation, spricht von einem ernsten Problem und hat Gegenmaßnahmen ergriffen.
Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts waren die Koalas durch die Jagd nahezu ausgerottet worden. Gerade noch rechtzeitig richtete die Regierung damals Reservate für die Überlebenden ein. Diese bestanden aus isolierten Eukalyptuswäldchen, die aber inzwischen nicht mehr groß genug sind, um die zu schnell gewachsene Zahl ihrer Bewohner zu ernähren. Da die Tiere auf keine andere Nahrungsquelle ausweichen können, sind einige tausend von ihnen bereits verhungert.
“Wir haben das Problem verursacht, wir müssen es auch wieder in Ordnung bringen”, sagt Buckingham. Als Gegenmaßnahme ist sogar vorgeschlagen worden, die Tiere wieder zum Abschuss freizugeben. Aber dazu wird es wohl nicht kommen. Stattdessen hat man damit begonnen, Tiere zu sterilisieren. Außerdem arbeiten Wissenschaftler an einer empfängnisverhütenden Impfung, um die Vermehrungsrate zu drosseln.
Joachim Czichos





