Maultiere sind intelligenter als Esel und Pferde, aus denen sie gezüchtet werden. Das haben britische Forscher bei Gedächtnistests an den Tieren herausgefunden, die einen Esel zum Vater und ein Pferd zur Mutter haben. Die Tiere lernen schneller als Pferde und Esel, konnten die Forscher zeigen. Damit zeigt sich eine weitere Qualität der wegen ihrer Ausdauer und Belastbarkeit beliebten Zug- und Lastentiere.
Die Wissenschaftler setzten jeweils sechs Pferden, Eseln und Maultieren mehrere Zweiergruppen von Eimern vor, auf denen unterschiedliche Symbole abgebildet waren. In einem der Eimer befand sich immer Futter, während der andere leer war. Die Eimer wurden stets in derselben Paarung verwendet, die immer wiederholt den Tieren dargeboten wurde. Die Tiere sollten zwischen dem richtigen Symbol, das mit Futter als Belohnung verknüpft war, und dem falschen Symbol auf dem leeren Eimer unterscheiden lernen. Nach mehreren Wochen konnten sich die Mulis besser als die Pferde und Esel die Symbole merken und sie voneinander unterscheiden.
Die Wissenschaftler führen die erhöhte Intelligenz der Maultiere darauf zurück, dass jeweils die besten Gene aus beiden Arten in diesem Mischtier zusammenkommen. Während dies für die Größe und die Ausdauer der Maultiere schon früher bewiesen wurde, zeigt diese Studie erstmals auch einen Zusammenhang zwischen der Mischung der Gene der zwei Arten und der Verbesserung der Intelligenz. Aus evolutionären Gesichtspunkten ist das jedoch keine besonders glückliche Fügung, da Maultiere unfruchtbar sind und ihre Fähigkeiten nicht an Nachkommen vererben können.
New Scientist, Onlinedienst Originalarbeit der Forscher: Leanne Proops (University of Sussex, Brighton) et al.: Animal Cognition, DOI: 10.1007/s10071-008-0172-1 ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek





