Mit dem Klimawandel verändern sich die Lebensbedingungen für alle Lebewesen auf der Erde. Nicht nur wir Menschen werden uns an eine wärmere Erde anpassen und unbewohnbar gewordene Regionen verlassen müssen, auch Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Pilzen steht diese Herausforderung bevor. Während Tiere relativ schnell neue Lebensräume erobern können, dauert die Migration bei Pflanzen jedoch länger. Vor allem Bäume wandern nur langsam, wie Beobachtungen in den vergangenen Jahren zeigten.

Wie wirkt sich die Erderwärmung auf Baum-Pilz-Symbiosen aus?
Ein Forschungsteam um Michael Van Nuland von der Stanford University in Kalifornien hat nun untersucht, welche Folgen dies auf die Beziehungen der Bäume zu anderen Organismen haben könnte. Dafür analysierten sie Bäume und Pilze, die derzeit in Symbiosen zusammenleben und aufeinander angewiesen sind. Die Pilze versorgen die Bäume über ihre Wurzeln mit Nährstoffen und erhalten von den Pflanzen im Gegenzug Kohlenstoff aus deren Stoffwechsel. Die Biologen sequenzierten aus fast 6.000 Bodenproben das Erbgut von Mykorrhiza-Pilzen, die in nordamerikanischen Wäldern leben. Zudem werteten sie Aufzeichnung zu den dortigen Baumbeständen aus. Aus diesen Daten entwickelten Van Nuland und seine Kollegen Computermodelle, die die künftige Verbreitung von 50 Baumarten und 400 Pilzen vorhersagen, die bisher eine Partnerschaft mit Bäumen eingehen.
Den Prognosen zufolge werden sowohl Bäume als auch Pilze im Zuge der Erderwärmung künftig in höheren Breitengraden wachsen, weil es dort kühler sein wird als in ihren bisherigen Lebensräumen. Ihre jetzigen Verbreitungsgebiete werden sich demnach nach Norden verschieben. Die Regionen, in denen sowohl Bäume als auch Pilze gedeihen können, werden sich dabei weiterhin überschneiden und sogar insgesamt größere Flächen als potenziellen Lebensraum ergeben. Bisherige Mykorrhiza-Symbiosen zwischen Bäumen und Pilzen werden demnach auch in Zukunft noch möglich sein. Auch neue Partnerschaften könnten so entstehen. Besonders von neuen Symbiosepartnern profitieren könnten dabei die Kanadische Schwarz-Pappel, die Amerikanische Weiß-Eiche, die Amerikanische Hainbuche und die Amerikanische Buche sowie insgesamt Walnuss- und Buchengewächse, wie das Team berichtet.






