Der globale Klimawandel spielt nach Forscherangaben eine zentrale Rolle beim weltweiten Rückgang der Frösche und Kröten. Am Beispiel der Nordkröten in den Rocky Mountains der USA belegen US-Zoologen, dass ein Zusammenhang zwischen dem regionalen Wetter und einer Anfälligkeit der Kaulquappen für Krankheiten existiert. Somit führe die Erwärmung des tropischen Pazifiks über eine Kette von Ursachen schließlich zum Tod vieler Tiere, berichten Joseph Kiesecker von der Pennsylvania State University und Kollegen im britischen Fachjournal “Nature”.
Seit rund 30 Jahren erwärmt sich der Pazifik um den Äquator herum. Das führt zu heftigeren El Ninos und weltweiten Wetteränderungen, die unter anderem im Nordosten der USA mit verringerten Niederschlägen verbunden sind, die Seen und Teiche enthalten weniger Wasser. Wie Kiesecker beobachtete, fallen die Laichgewässer oft unter eine kritische Wassertiefe von 20 Zentimetern. Dort sind die Kaulquappen der Nordkröten (Bufo boreas) einer verstärkten UV-Strahlung ausgesetzt. Das bringe die Tiere zwar nicht um, mache sie aber anfälliger für Infektionskrankheiten: 80 Prozent der Tiere werden von einem Pilz infiziert und sterben schließlich.
Von schädlicher UV-Strahlung und Pestizideinträgen in die Gewässer bis hin zu Infektionskrankheiten und Parasiten wurden schon verschiedene Einzelfaktoren für das weltweite Amphibiensterben verantwortlich gemacht. Nach den Untersuchungen von Kiesecker ist jedoch eher eine Kette von Ursachen schuld, an deren Ende nicht nur ein Pilz sondern auch andere Krankheitserreger stehen können.
dpa





