Vom ersten Atemzug bis zu den ersten Schritten auf wackligen Beinen “unserer” Babys war die Kamera dabei. Doch egal, ob Baby oder Erwachsener – irgendwann nahm niemand mehr die Technik wahr. Wir haben auch nichts inszeniert oder provoziert. Die schönsten Sequenzen verdanken wir dem Zufall, wobei man aber mit der Zeit auch eine Art Instinkt für die Momente entwickelt, in denen etwas passieren könnte. Unser Film zeigt, dass es keine Rolle spielt, ob die Kinder in einer Jurte oder in einem Hochhaus-Appartment ihre Umgebung entdecken, lachen und weinen, Vertrauen und Ängste entwickeln, Geborgenheit suchen und Liebe finden. Denn im Laufe eines Jahres mausern sich alle vier Babys vom hilflosen Säugling zum selbstbewussten kleinen Individuum, das auf eigenen Beinen steht.
Es ist schwer zu sagen, welche Kindheit wohl besonders schön ist. Aber diese Harmonie, wie sie zwischen Natur, Eltern und Kindern in der Mongolei besteht, habe ich anderswo kaum erlebt. Allenfalls in Namibia. In diesen beiden Ländern habe ich die Babys übrigens während der gesamten Drehzeit nicht ein einziges Mal weinen sehen!
Ich glaube zwar nicht, dass sich die freiheitliche Erziehung in der mongolischen Steppe auf ein Baby in einer japanischen Mini-Wohnung übertragen lässt, würde mir aber wünschen, dass der Film Eltern anregt, über gewisse Standpunkte und Dogmen nachzudenken; dass es nicht nur eine Art gibt, ein Kind großzuziehen. Der Film will kein Handbuch sein für den Umgang mit Kindern. In meinen Augen ist es ein Film darüber, was es heißt, in der heutigen Zeit auf die Welt zu kommen.
Die netteste Reaktion kam für mich allerdings von Bayar, dem kleinen Mongolen, der inzwischen vier Jahre alt ist: “Das ist ein schöner Film”, sagte er. “Er handelt vom Himmel, vom Wind und davon, wie mein Bruder mich immer gehauen hat.”
Besser kann man den Film nicht zusammenfassen.
Kinostart “BABYS”: 19. August 2010.
Bild: Der kleine Bayar aus der Mongolei ist eines von vier Babys aus verschiedenen Kulturkreisen, die von einem Kameramann ihr ganzes erstes Lebensjahr über begleitet wurden.





