Die Geschichte beginnt im kanadischen Vancouver. Diese Stadt am Pazifik ist Anfang der 70er Jahre eine Hochburg der Hippies, Umweltschützer und Aktivisten, unter ihnen sind auch der Journalist Bob Hunter und seine Freunde. Als sie erfahren, dass die USA auf der Alëuteninsel Amchitka einen unterirdischen Atomtest durchführen wollen, werden sie aktiv: Sie chartern einen Fischkutter, taufen ihn “Greenpeace” und stechen am 15. September 1971 mit Kurs auf Alaska in See.
Kamera statt Waffen
Gegen die Atommacht USA haben die zwölf Aktivisten keine Chance und das wissen sie auch. Schon weit vor ihrem Ziel fängt sie die US-Marine ab und zwingt sie, umzukehren. Die Atombombe von der 400fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe explodiert ungehindert. Doch Bob Hunter will auf seine ganz eigene Weise kämpfen und gewinnen – mit der Kamera. Er dokumentiert nicht nur die gesamte Protestaktion, sondern filmt auch unzählige Begebenheiten, die das Engagement, aber auch die Persönlichkeiten der zwölf Aktivisten deutlich machen.
“In Bob Hunter fanden sie den perfekten Chronisten ihrer Abenteuer”, erklärt Regisseur Jerry Rothwell. “Seine Aufnahmen erwecken nicht nur die dramatischen Aktionen zum Leben, sondern auch ihre Freundschaften und Konflikte, die Dilemmas und Diskussionen – eine manchmal verrückte Mischung aus Psychedelik und Politik, aus Wissenschaft und Theater.”

Greenpeace-Mitgründer Bob Hunter in den 70er Jahren (Foto: How to change the world Ltd.)
Walfänger und Robbenschlächter im Visier
Und genau diese Aufnahmen, in Form von mehr als tausend Filmrollen, hat Rothwell für seinen Film “How to Change the World” nun gesichtet, geschnitten und mit Interviews der Greenpeace-Gründer kombiniert. In seinem Dokumentarfilm zeichnet er ein lebendiges Bild der turbulenten Anfangsjahre, die schließlich 1979 in die Gründung von Greenpeace International mündeten.
Im Film erleben wir die ersten bahnbrechenden Aktionen gegen russische Walfänger, bei denen die Aktivisten mit Schlauchbooten direkt vor die Harpunen der Jäger fahren. 1976 folgen Aktionen gegen das Abschlachten der Robbenbabys in der Arktis – und immer ist Bob Hunter mit der Kamera dabei. Die Bilder der todesmutigen Aktionen und der qualvoll verendenden Wale und Robben gehen um die Welt und machen die Umweltschützer berühmt.
Schmerzhafte Geburt einer Organisation
Aus dem Engagement einiger Freunde wird eine immer größere Bewegung, die ihre Initiatoren Ende der 70er Jahre fast zu überrollen droht. “Wie eine Band, die durch einen Hit unerwartet zu globalem Ruhm katapultiert wird, zog der Medienerfolg ihrer ersten Anti-Walfang-Kampagne sie in einen Strudel, der zeitweilig alles zu zerstören drohte, dass sie erreicht hatten”, beschreibt Rothwell die Entwicklung.





