In einer australischen Studie zeigte sich, dass ein Leben fernab der Großstädte und Industriegebiete das Asthmarisiko bei Kindern und Jugendlichen nicht wesentlich verringert. Die Ergebnisse der Untersuchung, die im European Respiratory Journal veröffentlicht wurden, beziehen sich auf die Auswertung der Daten von 1600 Kindern, die in typischen ländlichen Gegenden Australiens aufwachsen.
Die Leiterin der Studie, Patricia Valery vom Queensland Institute of Medical Research, erfasste in Interviews und mit Fragebögen sämtliche Asthmasymptome, die die Betroffenen bei ihren Kindern beobachtet hatten und auch die regelmäßige Gabe von Asthmamedikamenten. Dabei wurde deutlich, dass allein während des Zeitraums von einem Jahr bis zum Zeitpunkt der Studie zwölf Prozent der getesteten Kinder unter Keuchen und Schnaufen gelitten hatten und acht Prozent Atemnot nach physischer Anstrengung beklagten. Etwa 65 Prozent der Kinder, die Probleme verursacht durch Keuchen und Kurzatmigkeit hatten, litten auch unter Schlafstörungen und hatten Schwierigkeiten zu sprechen. Solche Asthmasymptome treten bei etwa siebzehn bis neunzehn Prozent aller australischen Kinder und Jugendlichen auf.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch wenn noch nicht alle Ursachen von Asthmaerkrankungen erklärt werden können, der “westliche” Lebensstil der Eltern das Asthmarisiko bei Kindern steigert und dass dem Einfluss des Rauchens hierbei noch nicht ausreichend Beachtung geschenkt wird.
Für die Vertreter der britischen National Asthma Campaign kamen die Untersuchungsergebnisse weniger unerwartet. In Großbritannien, so erläuterte ein Sprecher der Organisation, gibt es seit Jahren einen deutlichen Trend zu mehr Asthma-Erkrankungen in ländlichen Gebieten und einer Angleichung der Häufung in Stadt und Land. Als Ursachen könnten dafür Veränderungen im Lebensstil, der Kontakt mit Allergenen aber auch ein schlechterer Zugang zur medizinischen Versorgung angesehen werden. Insgesamt habe die Wissenschaft aber noch nicht ausreichend Erkenntnisse über die Ursachen von Asthma und weitere Forschung auf diesem Gebiet sei unverzichtbar.
Marion Herzog





