Mangelndes Wissen über den Krankheitsverlauf und Angst der Eltern führen häufig dazu, dass Kinder mit Fieber nicht richtig gepflegt werden. Eltern müssen über die Ursachen und den Verlauf von fieberhaften Erkrankungen bei ihren Kindern besser aufgeklärt werden. Zu diesem Schluss gelangten Wissenschaftler des Johns Hopkins Children’s Center in Baltimore als sie im Rahmen einer Studie untersuchten, wie Eltern kranke Kinder betreuen. Ihre Ergebnisse haben sie in der Juniausgabe des amerikanischen Fachblattes Pediatrics veröffentlicht.
In Interviews mit 340 Eltern wurde deutlich, dass mehr als die Hälfte der Befragten aus Angst, das Fieber könne ihren Kindern schaden, zu häufig Medikamente verabreichen. Auch nicht medikamentöse Wege zur Behandlung von hohem Fieber setzten sie nicht richtig oder zu oft ein. Die meisten Eltern haben keine Kenntnisse wie hoch Fieber tatsächlich steigen kann. Sieben Prozent der Befragten hielten Temperaturen von bis zu 43,3 Grad Celsius für möglich.
Den wenigsten Eltern, so sagte Michael Crocetti, der Leiter der Studie, sei außerdem bewusst, dass Fieber ein wünschenswerter Prozess ist, mit dem der kindliche Körper seine Abwehrkräfte vor allem gegen Virusinfektionen mobilisiert.
Crocetti fordert Kinderärzte auf, Eltern besser über die Rolle des Fiebers während einer Erkrankung zu informieren und die richtigen Methoden der Pflege zu fördern. Hier bestehe großer Nachholbedarf, so würden noch immer viele Eltern ihre ruhebedürftigen Kinder wecken, um ihnen Medikamente einzuflößen oder Wadenwickel mit eiskaltem Wasser auflegen.
Marion Herzog





