Alle Kiefern des borealen Nadelwaldes produzieren zusammen möglicherweise ebenso viele Stickoxide wie Industrie und Verkehr. Das schreiben finnische Forscher im Fachmagazin Nature (Band 422, Seite 134). Werden die Bäume mit ultraviolettem Sonnenlicht bestrahlt, erzeugen sie die schädlichen Gase.
Pertti Hari von der Universität in Helsinki und seine Kollegen maßen in ihrer Studie, wie viel Stickoxide ein Kiefernsprössling freisetzt. Dazu setzten sie die Bäumchen unter UV-durchlässige Kammern. Die Wissenschaftler schlossen zwei bis drei Mal pro Stunde für jeweils 60 Sekunden die Kammer und bestimmten die Gaskonzentration. War ein Schößling in der Kammer, so stieg die Stickoxidkonzentration signifikant an. Den gleichen Versuch führten die Wissenschaftler mit einer Haube durch, die kein UV-Licht durchließ. Darunter entließen die Kiefern weniger Stickoxide. Bei ihren Berechnungen berücksichtigten die Wissenschaftler, dass die Kiefern auch Stickoxide aufnehmen.
Bis jetzt wissen die Forscher noch nicht, weshalb die Kiefern diese Gase produzieren. Die Gase könnten Stoffwechselprodukte sein oder entstehen, wenn ultraviolettes Sonnenlicht auf die Nadeln strahlt und dadurch eine chemische Reaktion auf der Nadeloberfläche auslöst.
Birgit Schätz





