Geschwister von krebskranken Kindern haben kein erhöhtes Risiko, selbst an Krebs zu erkranken. Es sei denn, es handelt sich bei dem Tumor des erkrankten Kindes um eine der seltenen rein vererbbaren Varianten. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Jeanette Falck Winther von der Dänischen Krebs-Gesellschaft. Ihre Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift The Lancet veröffentlicht.
Falck Winther und ihre Kollegen analysierten die Daten von 42.000 Geschwistern von 25.000 krebskranken Kindern in Finnland und den skandinavischen Ländern. Darunter waren keine Kinder mit einem rein erblich bedingten Tumor wie das Retinoblastom und das Li-Fraumeni-Syndrom.
Unter den Geschwistern fanden die Forscher 353 Fälle von Krebs. Eine Aufschlüsselung nach dem Alter ergab, dass Geschwister, die unter 10 Jahren alt waren, ein zwei bis drei Mal höheres Risiko hatten, an Krebs zu erkranken. Dieses Risiko sank dann, je älter die Kinder wurden.
Als die Forscher jedoch 56 Familien, bei denen häufig Krebs auftratt, aus den Daten nahmen, ergab sich für alle übrigen Geschwister ein genauso hohes Krebsrisiko wie in der allgemeinen Bevölkerung.
Doris Marszk





