Durch die hohen Erdölpreise und die Bemühungen, die Emissionen schädlicher Treibhausgase zu reduzieren, wächst in Europa und Nordamerika der Bedarf an umweltfreundlichen Kraftstoffen. Doch die steigende Produktion von Bio-Ölen bringt Umweltschützer jetzt in die Bredouille. Denn die Herstellung der Öle bedroht die Regen- und Urwälder in Entwicklungsländern. Immer mehr tropischer Regenwald auf Borneo, der Heimat der Orang-Utans, und im Amazonasgebiet wird abgeholzt, um dort Palm- oder Sojaöl zu produzieren.
Laut Simon Counsell, dem Direktor der Regenwaldstiftung in Großbritannien, ist die Produktion von Palmöl einer der Hauptgründe für die Zerstörung der Wälder in Südostasien. „Es scheint”, meint er, „dass wir wieder einmal unsere Umweltprobleme lösen wollen, indem wir sie in die Entwicklungsländer verlagern, wo sie einen verheerenden Effekt haben.” Zwar ist in Europa der Markt noch von heimischem Rapsöl dominiert. Da Raps jedoch zunehmend als Nahrungsmittel verwendet wird und daher immer mehr kostet, wird für die verarbeitende Industrie zunehmend Palm- und Sojaöl interessant.
In Deutschland hat sich seit 2003 die Produktion von Biodiesel verdoppelt, jetzt will man auch Palmöl verwenden. Dazu kommen entsprechende Gesetze in europäischen Ländern. In Großbritannien zum Beispiel müssen ab 2010 fünf Prozent der Treibstoffe im Verkehr aus Bio-Öl stammen.





