Laut kanadischen Zoologen regeln manche Tierarten eigenständig ihr Populationswachstum. Ab einem bestimmten Grenzwert, der von den Nahrungsangebot und der Umwelt abhängt, reduzieren die Weibchen ihre Vermehrungsrate.
Rudy Boonstra und Tim Karels von der University of Toronto beschreiben in Nature ihre Untersuchungsergebnisse an arktischen Erdhörnchen. Drei Jahre lang hatte Karels mehrere Erdhörnchen-Gruppen in der kanadischen Arktis untersucht. Einigen hatte er Futter und Schutz vor Räubern geboten, um ihre Vermehrung beobachten zu können. “Es gibt auch Regulationsprozesse wie etwa die Dezimierung durch Räuber, doch beim arktischen Erdhörnchen (Spermophilus paryii plesius) ist vor allem die Zahl der benachbarten Erdhörnchen entscheidend,” so die Autoren. Wenn viele sich um die gleiche Nahrung streiten, sinken die Vermehrungsaussichten. Dies tun die weiblichen Erdhörnchen aktiv: Bei hoher Populationsdichte werden die Weibchen zwar schwanger, doch zu
irgendeinem Zeitpunkt bevor die Jungen aus dem Bau kommen wird die
Reproduktion beendet. Wie dies genau geschieht, ist noch ungeklärt.
Frieder Graef





