Für einen zweitgeborenen Zwilling besteht bei einer normalen Geburt ein erhöhtes Risiko, an Komplikationen zu sterben. Während der Entbindung bleibt er oft zu lange im Geburtskanal und bekommt dann nicht mehr genug Sauerstoff. Ein Kaiserschnitt könnte diese Gefahr aus der Welt schaffen, berichten britische Mediziner in der Fachzeitschrift “British Medical Journal” (Bd. 325, S. 1004).
Die Forscher um Gordon Smith vom Gynäkologischen Krankenhaus in Cambridge untersuchten Daten von mehr als 4000 Zwillingsgeburten zwischen 1992 und 1997. Bei normalen Entbindungen starben deutlich mehr zweitgeborene Zwillinge als bei einen Kaiserschnitt, fanden die Mediziner.
Wenn Zwillingsmütter trotzdem normal entbinden wollen, sollten sie ausführlich über die bestehenden Risiken für das zweitgeborene Kind aufgeklärt werden, rät der Gynäkologe. Außerdem wäre zu überlegen, ob die Geburt etwas früher eingeleitet wird. Denn Zwillinge werden in den letzten Tagen einer Schwangerschaft zunehmend schlechter versorgt, da die Mutter für beide immer mehr Sauerstoff und Nährstoffe liefern muss. Der lange Aufenthalt im Geburtskanal kann dann für den zweiten Zwilling lebensbedrohlich sein.
ddp/bdw – Teresa Baethmann





