Dürren, Überflutungen oder verheerende Stürme: Klimakapriolen und ihre Folgen wie Missernten können bekanntlich das Leben von Millionen von Menschen erheblich beeinträchtigen und der Wirtschaft schaden. Daraus kann sich wiederum gesellschaftlicher Sprengstoff bilden, der politische Systeme destabilisiert. Für diese Zusammenhänge gibt es zahlreiche Beispiele aus der Geschichte – auch aus der jüngeren: Man geht beispielsweise davon aus, dass wiederholte Dürren eine Rolle bei den Entwicklungen in Syrien spielten, die zur Flüchtlingskrise geführt haben. Im Zuge des Klimawandels könnte es nun häufiger zu solchen Entwicklungen kommen, so eine Befürchtung.
Neben diesen langfristigen Risiken können aber auch spezielle Ereignisse für klimatische Kapriolen sorgen: Vulkanausbrüche. Bei heftigen Eruptionen können Schwefelsäurewolken in die Atmosphäre gelangen, die ein oder zwei Jahre lang einen Teil des Sonnenlichts blockieren. Die Folgen können komplexe und weitreichende Veränderungen des Klimas sein – etwa heftige Niederschläge in bestimmten Regionen und Dürren in anderen. Forscher haben in diesem Zusammenhang bereits zuvor mögliche Verbindungen zwischen Vulkanausbrüchen und bestimmten geschichtlichen Entwicklungen aufgezeigt. Im aktuellen Fall hat sich nun ein internationales Team mit den möglichen Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf den Verlauf der langen Geschichte des chinesischen Kaiserreichs beschäftigt. Es ist dabei bekannt, dass Vulkanausbrüche auf der Nordhalbkugel in Asien unter anderem zu kalten Sommern im Norden und einem schwächeren Monsun und damit zu weniger Niederschlag im Süden führen können. Beide Effekte haben dabei das Potenzial, erhebliche Ernteausfälle auszulösen.
Muster zeichnen sich ab
Für die Studie rekonstruierte das interdisziplinäre Forscherteam zunächst insgesamt 156 explosive Vulkanausbrüche von 1 n. Chr. bis 1915. Die Ergebnisse basieren dabei auf der Analyse von Eisbohrkernen aus Grönland und der Antarktis, in denen sie vulkanisch erhöhte Schwefelkonzentrationen nachweisen und datieren konnten. Diese Daten verglichen sie dann mit historischen Informationen zu 68 chinesischen Dynastien der vergangenen 2000 Jahre. “China hat eine bemerkenswert lange und gut dokumentierte Geschichte“, sagt Co-Autor Francis Ludlow vom Trinity College Dublin. „Da es so viele genau datierte politische Zusammenbrüche gab, konnten wir nicht nur einzelne Fälle betrachten, sondern viele gleichzeitig, um zu sehen, ob es ein sich wiederholendes Muster im Zusammenhang mit Vulkanausbrüchen gab“, so der Wissenschaftler.
So zeichnete sich zunächst grundlegend ab: Bei 62 der 68 dynastischen Zusammenbrüche war mindestens ein Vulkanausbruch vorausgegangen. „Wir konnten zum ersten Mal zeigen, dass es in China nach Vulkanausbrüchen deutlich wahrscheinlicher war, dass Dynastien kollabierten. Diese Ursache hat System“, sagt Co-Autor Michael Sigl von der Universität Bern. Dies konnten die Forscher durch ihre statistischen Analysen verdeutlichen: „Aus unseren Berechnungen geht hervor, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Eruptionen so vielen dynastischen Zusammenbrüchen nur zufällig vorausgingen, nur 0,05 Prozent beträgt“, sagt Co-Autor John Matthews vom Trinity College.





