Junge Leute ignorieren die Behandlungsanweisungen der Ärzte und Apothekern. Wie bbc-online meldet, wurde in einer Studie der Royal Pharmaceutical Society nun genauer untersucht, was besorgte Mütter seit langem wissen. Diese Sorglosigkeit kann dabei nicht nur für die jungen Patienten verhängnisvolle Folgen haben.
Es zeigte sich, dass mehr als 50 Prozent aller Achtzehn- bis Neununddreißigjährigen eine Behandlung mit verordneten Tabletten vorzeitig abbrechen. Ein Drittel missachtet ein Alkoholverbot bei der Einnahme bestimmter Präparate und überhört Apotheker, die vor Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Schwindelanfällen warnen. Besonders sorglos wird auch mit möglichen Wechselwirkungen umgegangen. Häufig werden Medikamente, die parallel eingenommen werden, überhaupt nicht erwähnt. Junge Männer zeigen sich besonders ignorant, wenn sie Erläuterungen der Apotheker folgen sollten. Die meisten Frauen hingegen nehmen ihre Medikamente oft nicht über den gesamten verordneten Zeitraum ein. Während weibliche Teenager meist gar nicht erst zuhören, sind junge Mütter beim Apotheker nur dann aufmerksam, wenn ihre Kinder betroffen sind. Die eigene Gesundheit vernachlässigen sie.
Wie die Leiterin der Studie Jill Hawksworth feststellt, haben die wenigsten jungen Menschen erkannt, dass sie die Verantwortung für ihre Gesundheit selbst tragen. Sie ignorieren bekannte Fakten und riskieren gesundheitliche Schäden durch die falsche Einnahme ihrer Medikamente, vor allem bei einer Behandlung mit Antibiotika. Wenn sie unerlaubt Alkohol trinken oder die betäubenden Wirkungen bestimmter Medikamente nicht ernst nehmen, gefährden sie außerdem im Straßenverkehr nicht nur ihr eigenes Leben.
Besserung tritt erst ein, wenn die Patienten älter werden. Mit dem Erreichen des 60-igsten Lebensjahres folgen die meisten Briten aufmerksam den Ausführungen ihrer Apotheker.
Marion Herzog





