Ein Joint wirkt beim Mann nicht nur auf das Gehirn, sondern auch auf die Spermien. Samen besitzen ähnliche Andockstellen für den Marihuana-Wirkstoff THC wie bestimmte Nervenzellen, weshalb sich Spermien unter dem Einfluss von THC verändern.
Männer, die bereits auf der Schwelle zur Unfruchtbarkeit stehen, können daher möglicherweise durch den Genuss von Marihuana unfruchtbar werden. Noch sei unbekannt, wie lange dieser vermutete Effekt bestehen bleibt, da THC-Metaboliten langfristig im Fettgewebe gespeichert wird, berichteten amerikanische Forscher auf einem Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin in San Antonio.
Der Mediziner Lani Burkman von der Universität Buffalo untersuchte Samenproben von 22 Männern, die in den zurückliegenden Jahren täglich etwa zwei Joints geraucht hatten. Im Vergleich mit fruchtbaren Männern, die kein Marihuana konsumierten, hatten die Betroffenen deutlich weniger Samenzellen.
Außerdem neigten die Spermien der Joint-Raucher dazu, viel zu früh los zu spurten. Normalerweise werden Samenzellen um so beweglicher, je näher sie der Eizelle kommen. Beginnen sie jedoch zu früh mit dem Endspurt, haben sie am Ende nicht mehr genügend Kraft für eine Befruchtung.
Es sei schwierig zu bestimmen, wessen Fruchtbarkeit durch den Konsum von Marihuana tatsächlich beeinträchtigt wird, erklärt Burkman. Am meisten gefährdet seien jedoch Männer, die bereits aus anderen Gründen nur wenig fruchtbar sind.
ddp/bdw ? Anreas Wawrzinek





