Die einzigartigen Farbstoffe in den Federn von Papageien verleihen ihnen nicht nur leuchtende Farbenpracht, sie schützen das Gefieder auch vor Bakterienbefall. Das konnten US-amerikanische Forscher zeigen, die die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit von Federn gegenüber dem Abbau durch Bakterien untersucht haben. Ihren Ergebnissen zufolge ist der Schutzeffekt bei roten Federn am größten. Verantwortlich dafür sei ein spezielles Farbpigment, Psittacofulvin, das in roten Federn am höchsten konzentriert ist. Es hält Bakterien, die im Gefieder der Vögel leben, davon ab, die Federn zu zersetzen.
Um den Zusammenhang zwischen Federfarbe und Resistenz gegen Bakterienbefall zu untersuchen, sammelten die Wissenschaftler um Edward Burtt von der Ohio Wesleyan University in Delaware verschiedenfarbige Federn von insgesamt 13 Papageienarten. Im Labor infizierten sie jede Feder mit dem Bakterium Bacillus licheniformis, das im Gefieder von Vögeln heimisch und für dessen Zersetzung verantwortlich ist. Das Ergebnis: Während weiße Federn von den Bakterien schnell angegriffen und ihre Struktur beschädigt wurde, waren rote und grüne Federn messbar besser geschützt. Diese Farben basieren auf dem speziellen Papageienfarbstoff Psittacofulvin. Auch schwarze und blaue Federn waren widerstandfähiger. Hier ist allerdings der Farbstoff Melanin verantwortlich, der die Federn ebenfalls unempfindlicher gegenüber Bakterien macht. Dies konnte bereits in früheren Studien nachgewiesen werden. Die Befunde der Forscher zeigen nun, dass auch der Farbstoff Psittacofulvin eine solche Schutzfunktion hat: Je mehr Psittacofulvin in einer Feder vorhanden war, desto weniger Schaden konnten die Bakterien verursachen.
Der Befund zeigt, dass die Farbmuster nicht nur für Kommunikation und Tarnung der Papageien eine wichtige Rolle spielen, sondern auch dazu dienen, das Gefieder vor Bakterien zu schützen. Anstatt nur die optischen Eigenschaften der Federpracht zu untersuchen, ist es also nötig, auch die chemischen Aspekte zu beachten, betonen die Forscher, denn offenbar hat die leuchtende Farbe den bunten Vögeln in ihrer Entwicklungsgeschichte vielerlei verschiedene Vorteile verschafft, die zum Erfolg der Papageienvögel beigetragen haben.
Edward Burtt (Ohio Wesleyan University) et al.: Biology Letters dapd/wissenschaft.de ? Kristina Abels





