Japanische Forscher haben Spermien aus embryonalen Stammzellen von Mäusen gezüchtet. Das meldet das britische Wissenschaftsmagazin “New Scientist” in seiner Ausgabe vom 10. Mai. Aus dem gleichen Zelltyp haben amerikanische Wissenschaftler bereits Eizellen geformt, wie vergangene Woche bekannt wurde. Gelänge beides auch mit embryonalen Stammzellen vom Menschen, würden sich völlig neue Möglichkeiten der Fortpflanzung eröffnen.
Das Team um Toshiaki Noce vom Mitsubishi-Kasei-Institut in Tokio hatte aus embryonalen Stammzellen Vorstufen von Keimzellen gewonnen und diese ins Hodengewebe von Mäusen gepflanzt. Innerhalb von drei Monaten reiften die Zellen zu normal aussehenden Spermien heran. Die Ergebnisse müssen nun von unabhängigen Forschern kontrolliert werden.
Die große Frage sei jetzt, ob mit den aus Stammzellen gewonnenen Spermien und Eizellen gesunde Mäusejunge gezeugt werden können, schreibt der “New Scientist”. Insbesondere für die Fortpflanzungsmedizin hätte das verblüffende Folgen: Nicht nur Männer und Frauen, die keine Keimzellen bilden, könnten Nachwuchs in vitro zeugen. Auch schwule Paare und gar ein einzelner Mann könnten mithilfe einer Leihmutter Kinder haben.
Allerdings kommen embryonale Stammzellen nur in Embryos und nicht in Erwachsenen vor. Über das so genannte therapeutische Klonen, das bei Mäusen bereits gelungen ist, ließe sich das Problem jedoch lösen: Dabei klonen Forscher etwa aus Hautzellen eines Erwachsenen einen Embryo und gewinnen daraus genetisch identische Stammzellen. In Deutschland ist diese Technologie am Menschen verboten.
ddp/bdw ? Marcel Falk





