Die Wale in den Weltmeeren verzehren bis zu fünfmal mehr Fische als der Mensch. Mehr Walfang würde daher die Bestände an Speisefischen schützen. Das behaupten Vertreter der japanischen Fischereibehörde, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die Vertreter stützen sich auf eine Untersuchung an 43 Brydes- und 40 Minkwalen, die im vergangenen Jahr im Nordwestpazifik gefangen wurden. Mehr als 70 Prozent des Mageninhalts der Brydeswale bestand aus Sardellen. Alaska-Seelachs, Sardellen und andere Speisefische machten 90 Prozent der Nahrung der Minkwale aus, berichtet Joji Morishita von der japanischen Fischereibehörde.
Seit vor 16 Jahren der Walfang durch ein internationales Moratorium abgeschafft wurde, seien die Fangquoten der japanischen Fischereiflotte insgesamt stark zurückgegangen, so Morishita. Mitschuldig daran seien die Wale, die den Fischbestand verkleinern.
Wissenschaftler von der Internationalen Walfangkommission IWC äußern sich skeptisch zu den Behauptungen der Japaner im Vorfeld eines Treffens der IWC im Juli. “Es ist nicht geklärt, ob Wale der Fischerei schaden”, sagt der Marinebiologe Russel Leaper. Man werde die Dinge prüfen. Japan und Norwegen sind die einzigen Länder, die noch Jagd auf Wale machen.
Ulrich Dewald





