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Intelligentes Naturkapital
Erde & Umwelt

Intelligentes Naturkapital

Unser Leben besteht aus Transaktionen, beinahe alles hat einen Wert. Doch welchen Wert können wir dem Schutz der Biodiversität, also der Natur, zukommen lassen – von deren Intelligenz wir profitieren? Wie kann vermittelt und verstanden werden, dass eher mit dem Erhalt von Ökosystemen Geld zu verdienen ist, als mit deren Zerstörung? Bereits seit geraumer Zeit befasst sich die Wissenschaft damit, den Wert der jährlichen Leistungen, die die Ökosysteme für unsere Gesellschaft erbringen, zu berechnen. Behilflich dabei ist in vielerlei Hinsicht die Künstliche Intelligenz.
Autor
Alexander Schramm
01. März 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt
Cover Kann KI die Natur retten? von Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg

Kann KI die Natur retten? Diese Frage stellen die Biologin Frauke Fischer und die Wirtschaftswissenschaftlerin Hilke Oberhansberg in ihrem gleichnamigen Buch. In neun Kapiteln widmen sie sich intensiv und teils pointiert der Intelligenz und Evolution, dem Lernen und der Technik, der Natur und ihrer Bedrohung sowie ihrem Schutz, und immer wieder der Problematik verschiedener Kosten-Nutzen-Rechnungen.

Zwar sind die Übergänge einzelner Abschnitte nicht immer geschmeidig, allerdings fühlen wir so, dass es ein menschengemachtes und kein KI-generiertes Buch ist. Die nachvollziehbaren Ausführungen, die theoretische Erwägungen und praktische Umsetzungen verbinden, sowie die  Darstellung diverser Forschungsmodelle werden um Grafiken, Fotografien und Infokästen etwa zum Leberegel, tierischen Seismographen oder wertvollen Manganknollen angereichert.

Wie KI allein bei der genauen Beobachtung und Erfassung von Tieren helfen kann, wird mit zahlreichen Beispielen belegt: etwa wenn es um Wildtiere in unübersichtlichem Terrain, bei Nacht oder dichter Vegetation sowie im offenen Meer geht. Wie viele Elefanten sind an einem Ort, wie verlaufen ihre Wanderungsbewegungen? Doppelzählungen beim Zug der Kraniche werden vermieden. Die schönen und scheuen Belugawale können dank einer KI namens „You Only Look Once“ besser identifiziert und individuell analysiert werden.

Auf ein Problem weisen Fischer und Oberhans eindringlich hin: dass KI eine ungemein große, nicht genau zu beziffernde Menge an natürlichen, teils seltenen Ressourcen benötigt. Wie also mit KI die Natur schützen, wenn deren Ver- und Anwendung so viel Energie verbraucht, dass Biodiversität verloren geht? Ideen und Optimierungsoptionen liefern die Autorinnen ebenso, wie sie nicht verschleiern, dass sie die Schutz-Weisheit nicht mit Blättern gefressen haben. Alexander Schramm

Frauke Fischer, Hilke Oberhansberg:
Kann KI die Natur retten?
oekom verlag. 216 S., 26 €

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